Neutrales Einmarschieren

Es ist erst ein paarmal Schlafen her, da hat uns unser aller Außenminister im UN-Sicherheitsrat blamiert, indem er sich bei der Abstimmung über die Flugverbotszone enthielt. Begründet hat er das damit, dass wir uns nicht überall militärisch engagieren könnten.

Und nun? Nun erklärt er uns, dass wir Hilfsaktionen für die Bevölkerung militärisch absichern wollen, also doch Soldaten schicken.

Der Ausstieg vom Ausstieg wird jetzt wohl zum Standard-Regierungsprogramm. Und wie das dabei so ist, gleich doppelt blamiert. Einmal bei der Abstimmung und jetzt nochmal, weil wir ja doch mitmachen müssen. Souverän geht anders, Guido!

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4 Antworten zu Neutrales Einmarschieren

  1. welt2 schreibt:

    Verstehe Dich nicht:
    Hast Du Dich jetzt für oder gegen deutsche Beteiligung in Libyen ausgesprochen?
    Wunderst Du Dich über mangelnde Souveränität und inkonsistente Haltung bei Herrn W. aus der FDP?

    • innengeraeusche schreibt:

      Hallo welt2!

      Ich fand es ganz furchtbar, dass unser Außenminister uns mit der Enthaltung komplett ins Abseits geschossen hat. Das nennt man wohl Fremdschämen. Dass wir da nicht bleiben und uns doch beteiligen müssen, war doch eh klar. Hätte man aber eben auch souverän regeln können. Also „man“, aber eben nicht Herr W.

      Rita

      • welt2 schreibt:

        Einig was den orientierungslosen Aussenminister angeht, aber zur Intervention an sich fand ich die erste Entscheidung schon gut: Ich befürchte, bei all diesen nordafrikanischen Befreiungsaufständen wissen wir doch nicht genau wer sich da wirklich erhebt, auf wessen Seite wir uns also schlagen. Kein Zweifel, Gaddhafi ist ein Psychopath, aber sind die Aufständischen besser – oder machen wir nur die nächsten Unterdrücker stark? (Afghanistan, Irak,…)
        Ich glaube übrigens auch nicht, daß die Reaktionen auf das Verhalten im Sicherheitsrat Deutschland in der UN wirklich schaden – weil mir das Prinzip Nichteinmischung gegenüber anderen Kulturen für die allgemeine Friedenssicherung unverzichtbar scheint. Hab halt Schiss davor, wer demnächst in welchem Konflikt sich aus welchen Gründen auf wessen Seite schlägt. Irgendwo hab ich gelesen, in Libyen ginge es den Industrieländern eigentlich um Wasser, so wie im Irak I und II um Öl.

        Mir hätte sehr viel mehr imponiert, wenn die deutsche Regierung bei ihrem Nein geblieben wäre.

  2. innengeraeusche schreibt:

    Ein Nein bezüglich einer Flugverbotszone? Nur darum ging es ja. Zu verhindern, dass die Aufständischen aus der Luft angegriffen werden. Was auch immer man sich ausrechnet, was später daraus werden mag – es sieht einfach inhuman aus, wenn man sich da wegdreht. Und da wir hier von Politik (der heutigen Zeit) reden, kann man das einfach nicht bringen. Vor allem, wenn man sich später einer Mitarbeit ohnehin nicht verwehren kann.

    Über die permanenten Einmärsche in fremden Ländern, die primär von den Amerikanern (oder den Engländern) angezettelt werden, kann man sich vortrefflich streiten. Welche Interessen da jeweils dahinter stehen? Selten tatsächlich humanitäre, die wir immer gerne hätten. Ich frage mich bloß immer, warum es nie gelingt, dann wenigstens auch konsequent einzumarschieren. Egal wohin man sieht, müssen die Einsätze auf Jahre, gar Jahrzehnte ausgedehnt werden und Ruhe ist da nie. Ist das Teil des Programms oder kriegen die das militärisch einfach nicht hin? Ich tendiere da zu ersterem. Ist ja auch praktisch so ein Chaos. Solange man drin ist, hat man die Hand auf den Ressourcen.

    Als alter Star Trek Fan wäre mir die Nichteinmischungspolitik der Obersten Direktive allerdings grundsätzlich das Liebste. Aber dafür muss die Menschheit wohl noch reifen.

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